An(ge)dacht!

Bin ich hier richtig?

Mein Bewerbungsgespräch bei der Stadt XY für die Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten:

Chef: Warum haben Sie sich für diese Stelle beworben?

Insa: Meine Schwester hat diesen Beruf auch gelernt und sie kommt jeden Tag glücklich von der Arbeit. Von all dem, was sie erzählt, habe ich gemerkt, dass dieser Beruf genau richtig für mich wäre.

Gott: Ach Insa, ich weiß doch, dass du gar keine Lust hattest dich da zu bewerben. Und nur weil du irgendeinen Job brauchst, erzählst du hier solche Lügen? Wolltest du nicht eigentlich Astronautin werden oder im sozialen Bereich arbeiten?

Chef: Welche Kenntnisse bringen Sie für die ausgeschriebene Stelle mit?

Insa: Ich habe sehr gute Kenntnisse in Word, Excel und Powerpoint. Durch meine Schwester habe ich schon einen Blick auf die umfangreiche Gesetzessammlung werfen können. Zudem habe ich eine positive Ausstrahlung und gehe gerne auf Menschen zu.

Gott: Du gehst gerne auf Menschen zu? Das mag im persönlichen Kontakt so sein, aber wenn du mit Fremden telefonieren sollst, sieht das ganz anders aus. Und Word hast du zuletzt für die Schule benutzt. Aber es stimmt, du hast die Gesetzessammlung deiner Schwerster genutzt…zum trocknen von Blumen!

Chef: Wie arbeiten Sie am liebsten?

Insa: Ich arbeite gerne konzentriert für mich, bin aber teamfähig und in der Lage konstruktiv an Prozessen mitzuwirken. Ich bin flexibel bei meiner Arbeitszeit und kann gerne auch mal länger bleiben, um für die Kolleginnen oder Kollegen Arbeit zu übernehmen.

Gott: Müsste die Antwort hier nicht sein: „Eigentlich gar nicht!“ Aber sicherlich wäre dir deine Arbeitszeit egal wenn du einen Job fändest der dich erfüllt?

Chef: Was sind Ihre Stärken und Schwächen?

Insa: Ich bin kreativ, offen, flexibel, teamfähig, sorgfältig, belastbar, zuverlässig und pünktlich. Zu meinen größten Schwächen gehören, dass ich zu perfektionistisch und ehrgeizig bin.

Gott: Ist das dein ernst? Das sind doch die Klassiker. Ich würde sagen, dass du gut auf Leute zu gehen kannst, du bist geduldig, kreativ und du bist handwerklich geschickt. Warum waren das nicht deine Antworten?

So oder so ähnlich, verlaufen meine Bewerbungsgespräche. Hier ist es zugegeben etwas überspitzt. Ich bewerbe mich auf Stellen, die ich nicht möchte, nur damit meine Mutter beruhigt ist. Doch sind meine Bewerbungen manchmal eine einzige Lüge. Ich stelle mich so positiv wie möglich dar.

„Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.“ lautet das achte Gebot. Und würde Gott jedes Mal dazwischen reden, wenn ich wieder eine Halbwahrheit beim Bewerbungsgespräch von mir gebe, würde es spannend werden.

Wie schön wäre es, wenn ich machen könnte, was mich erfüllt ohne auf meine Mitmenschen, mein zukünftiges Gehalt oder Standort achten zu müssen. Wenn ich nur Bewerbungen schreiben müsste, für Stellen, die ich haben möchte und bei den Bewerbungsgesprächen immer ehrlich antworten könnte ohne mich verstellen zu müssen. Denn wenn jeder Mensch nur noch das machen würde, was ihn wirklich erfüllt gäbe es weniger Konkurrenz, einen Platz für jeden und keine aufkommende Panik mehr bei der Frage „wo will ich eigentlich hin?“

Insa Lemmermann

Kein Raum für Rechts

Auf den ersten Blick sieht es aus wie das Zimmer eines gewöhnlichen Jugendlichen. Erst auf den zweiten Blick wird Besucherinnen und Besuchern klar, wo sie gelandet sind: mitten im Zimmer eines Neonazis.

Das interaktive und online frei zugängliche Projekt „Kein Raum für Rechts!“ macht es möglich, virtuell in die Welt rechtsextremer Menschen einzutreten und rechtsextreme Symbolik wahrzunehmen, zu erkennen und zu deuten. Das dient als Basis, um sich gegen Rechtsextremismus abzugrenzen, zu intervenieren und sich für die Demokratie einsetzen zu können.

Hier geht´s zum Zimmer...

Und hier findet ihr die Pressemeldung zum Projekt mit weiteren Infos.

Wir zeigen Gesicht

Die Evangelische Jugend im Kirchenkreis Buxtehude zeigt Gesicht gegen Ausgrenzung, Rassismus und Fremdenhass. Zeitgleich ruft die Ev. Jugend der Landeskirche Hannovers dazu auf, dass Fremde schon bald Freunde werden.

Alle weiteren Infos findest du hier.

 

Eindrücke

30 neue JugendgruppenleiterInnen

Der KKJD bildete in den Herbstferien 30 neue JugendgruppenleiterInnen aus.

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